Flutung des Zwenkauer Sees (LVZ 08.02.2012)

 

Im Süden läuft's: Flutung des Zwenkauer Sees Schwerpunkt von Bergbausanierer LMBV im Süden Leipzigs

Borna/Leipzig. Für die Bergbausanierung in Mitteldeutschland hat die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) 2012 zehn Millionen Euro weniger zur Verfügung als 2011. Das Budget umfasst 53,2 Millionen Euro. Das wirkt sich auch in Westsachsen aus, wo der Bergbausanierer 32 Millionen Euro und damit etwa drei Millionen Euro weniger einsetzen kann als im Vorjahr.

Von frank prenzel 
An den Zahlen ist ablesbar, wie sich die Aufgaben der LMBV wandeln. Zwischen Delitzsch und Borna sieht das Budget für die Grundsanierung 16 Millionen Euro vor, für Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Zuge des steigenden Grundwassers ist der Topf mit zwölf Millionen Euro nicht viel weniger bestückt. Hinzu kommen noch vier Millionen Euro für sogenannte Paragraf-4-Maßnahmen, mit denen die Attraktivität der Bergbau-Folgelandschaft weiter erhöht wird.

Seit längerem verhandeln der Bund und vier ostdeutsche Bundesländer über das fünfte Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung, das ab 2013 für fünf Jahre greifen soll. Kürzlich fand die vermutlich abschließende Verhandlungsrunde statt, "jetzt müssen noch die Kabinette zustimmen", sagte dazu LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber.

Die LMBV, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Bundes, hat die Projektplanung aufgestellt und erwartet eine auskömmliche Finanzierung. "Wir haben um einiges mehr ins Auge gefasst, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden", erklärt Grit Uhlig, Leiterin des LMBV-Sanierungsbereiches Mitteldeutschland - Nachterstedt, die Grundbrüche in der Lausitz und das steigende Grundwasser führt sie ins Feld.

Dass dieses Jahr weniger Mittel zur Verfügung stehen als 2011 liegt laut Uhlig im vierten Verwaltungsabkommen begründet. Bund und Länder seien seinerzeit von einem sinkenden Bedarf für die Bergbausanierung ausgegangen. Für die kommende Periode erhoffen die LMBV-Verantwortlichen eine ähnliche Finanzausstattung wie zur Zeit des dritten Abkommens, das bis 2007 galt. Denn was im sachsen-anhaltischen Nachterstedt passiert ist, wo am Tagebausee die Erde abbrach und ein Haus mit mehreren Menschen in die Tiefe stürzte, hat neue Fragen nach der Sicherheit aufgeworfen. In der Lausitz "ist das Terrain der alten DDR-Innenkippen nicht sicher", erläutert Sprecher Steinhuber. Forschungsarbeit sei hier ebenso vonnöten sowie Maßnahmen zur Beseitigung der Gefahren, begründet er den Geldbedarf. "In Mitteldeutschland ist das aber kein Problem, hier haben wir andere geologische Voraussetzungen." 

Den Schwerpunkt der Bergbausanierung im Süden von Leipzig bildet der Tagebau Zwenkau. Die künftig größte Tagebauwanne im Südraum wird mit Profener Wasser gespeist, und im zweiten Halbjahr 2012 beginnt auch die Überleitung aus der Weißen Elster. 2014 soll der Endstand erreicht sein. Gleichzeitig werden im Schnitt täglich 26 Tonnen Branntkalk zugeführt, um das Wasser zu neutralisieren. Die Weiße Elster kann angezapft werden, wenn Mitte des Jahres die Verbindung zwischen Fluss und See bei Zitzschen vollendet ist.

Neue Überlegungen gibt es zum künftigen Auslauf des Zwenkauer Sees. Ursprünglich sollte das überschüssige Wasser dem Floßgraben zugeführt werden, doch die LMBV geht jetzt neue Planungswege. Diese ergeben sich durch den Harthkanal, der nunmehr als kurze Gewässerverbindung zwischen Cospudener sowie Zwenkauer See gebaut wird und laut Uhlig 2016 fertig sein soll. Über diesen 750 Meter langen Bootskanal soll künftig das Wasser im Zwenkauer See reguliert werden.

Im früheren Tagebau Witznitz soll eine Verbindung zwischen Kahnsdorfer und Hainer See geschaffen werden, damit das sogenannte Überschusswasser des Kahnsdorfer Sees abgeleitet werden kann. Dank Paragraf 4 des Sanierungsabkommens wird weiter am Standort Kahnsdorf investiert. Im ersten Halbjahr will die LMBV in der Lagune mit dem Bau von Hafen, Strand und Parkplatz beginnen. Am Nordufer des Hainer Sees entstehen ein Schiffsanleger und eine Zufahrtsstraße. Für diese Vorhaben sind etwa 1,5 Millionen Euro veranschlagt.
Im Südraum werden laut Uhlig nur noch die früheren Tagebaue Espenhain und Zwenkau aktiv geflutet (der Werbener See füllt sich selbst). 2012 wurden aus dem Mibrag-Tagebau Profen 15,1 Millionen Liter Wasser zugeführt. Ende 2012 sollen der Markkleeberger und der Störmthaler See ihre endgültigen Wasserstände erreicht haben. Wegen der Nähe zum Tagebau Schleenhain verliert der Haselbacher See aber Wasser "und muss gestützt werden". Bislang wurde Wasser der Schleenhainer Förderstätte genutzt. Das ist aber zu eisenhaltig, weshalb ein neuer Filterbrunnen nötig ist.

Uwe Steinhuber, LMBV-Sprecher: In der Lausitz ist das Terrain der alten DDR-Innenkippen nicht sicher. In Mitteldeutschland ist das aber kein Problem, hier haben wir andere Voraussetzungen. 

Grit Uhlig, Leiterin des LMBV-Sanierungsbereiches Mitteldeutschland: Wir haben um einiges mehr ins Auge gefasst, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Der Zwenkauer See soll 2014 vollständig gefüllt sein. Der Cospudener See (Mitte links) ist dagegen schon seit dem Jahr 2000 fertiggestellt.

* Texthervorhebungen dienen ausschließlich einer plakativen Darstellung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden.

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