Leipziger Zoo baut tierisch aus (LVZ 14.06.2012)
Unterwassertunnel bei den Robben, neues Gehege für Nashörner 56,5 Millionen werden investiert - Eintrittspreis bis zu 24 Euro
Leipzig. Leipzigs Zoo streckt seinen weiteren Ausbau um fünf Jahre. Statt 2015 soll der Masterplan zum Zoo der Zukunft nun erst 2020 vollendet sein. Bis dahin werden noch einmal 56,5 Millionen Euro investiert, um sämtliche noch verbliebenen alten Gehege durch naturnahe und artgemäße Anlagen zu ersetzen.
Von Kerstin Decker
Als spektakulärsten Neubau kündigte Direktor Jörg Junhold eine Weltneuheit an, den ersten begehbaren 360-Grad-Unterwassertunnel, in dem die Besucher zwischen tauchenden Robben stehen. Er ist Bestandteil des künftigen Themenbereichs "Feuerland", der von 2016 bis 2018 am südlichen Rand des Zoos an der Emil-Fuchs-Straße gebaut wird und eine Wasserwelt für Pinguine sowie Robben darstellt. Als weitere neue Anlagen plant der Zoo eine asiatische Inselwelt, einen afrikanischen Felshügel für Spitzmaulnashörner und Mantelpaviane, eine Himalaya-Hochgebirgswelt, neue Anlagen für Amur- und Schneeleoparden sowie einen Kletter-Spielplatz auf der denkmalgeschützten alten Bärenburg. Bereits in den kommenden zwei Jahren soll ein separater Ausgang an der Pfaffendorfer Straße auf der südlichen Seite der Parthe entstehen.
Parallel zur Verwirklichung des Zoos der Zukunft steigen auch die Eintrittspreise. Derzeit kostet ein Erwachsenen-Tagesticket 17 Euro. Zoochef Junhold kündigte an, dass 2017/18 die 20-Euro-Marke überschritten wird und 2020 ein Preis von 22 bis 24 Euro zu zahlen ist. Langfristig wird damit gerechnet, dass sich die Besucherzahl bei 1,8 Millionen jährlich einpegelt (2011: 2,09 Millionen) und sich Leipzig auf dem dritten Platz der beliebtesten deutschen Zoos hinter Berlin und Stuttgart behauptet.
Der Zoo will 70 Prozent der bis 2020 angekündigten Investitionssumme von 56,5 Millionen Euro aus Eigenmitteln und Krediten aufbringen. 30 Prozent sollen aus dem Investitionshaushalt der Stadt kommen. Im Juli soll der Stadtrat die Finanzierung beschließen. Damit verwirklicht der Tiergarten in den Jahren zwischen 2000 und 2020 die umfangreichste Modernisierung in seiner 134-jährigen Geschichte mit einer Gesamt-Investitionssumme von 150 Millionen Euro.
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